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Warum immer mehr Unternehmen von US-Software auf europäische Alternativen wechseln

Digitale Souveränität, DSGVO-Konformität und Unabhängigkeit vom Cloud Act – warum der Wechsel zu EU-Software für Unternehmen immer wichtiger wird und wie Sie die Migration erfolgreich meistern.


Die Abhängigkeit von US-Software wird zum Risiko

Jahrelang war es für europäische Unternehmen selbstverständlich: Microsoft 365 für die Büroarbeit, Google Cloud für die Infrastruktur, Salesforce für das CRM. US-amerikanische Softwareanbieter dominierten den Markt – und tun es in vielen Bereichen noch immer.

Doch die Zeiten ändern sich. Immer mehr Geschäftsführer, IT-Leiter und Datenschutzbeauftragte stellen sich eine unbequeme Frage: Wie abhängig sind wir eigentlich von US-Anbietern – und was passiert, wenn sich die politischen oder rechtlichen Rahmenbedingungen ändern?

Die Antwort ist oft ernüchternd. Und genau deshalb beobachten wir bei Plessing Consulting einen klaren Trend: Unternehmen jeder Größe beginnen, ihre Software-Landschaft zu überdenken.

Der Cloud Act – ein unterschätztes Risiko

Das größte rechtliche Problem heißt Cloud Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act). Dieses US-Gesetz aus dem Jahr 2018 erlaubt es amerikanischen Behörden, auf Daten zuzugreifen, die von US-Unternehmen gespeichert werden – egal, wo auf der Welt sich die Server befinden.

Das bedeutet konkret: Selbst wenn Ihre Microsoft-365-Daten auf einem Server in Frankfurt liegen, können US-Behörden theoretisch Zugriff verlangen. Für europäische Unternehmen, die mit sensiblen Kundendaten, Geschäftsgeheimnissen oder personenbezogenen Daten arbeiten, ist das ein erhebliches Risiko.

Hinzu kommt die Unsicherheit rund um das EU-US Data Privacy Framework. Nach Safe Harbor und Privacy Shield wurde auch dieses Abkommen bereits kritisch hinterfragt. Wer seine Compliance-Strategie auf wackeligem Fundament aufbaut, geht ein unnötiges Risiko ein.

DSGVO-Konformität – mehr als nur ein Häkchen

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt klare Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Europäische Softwareanbieter sind von Grund auf darauf ausgelegt, diese Anforderungen zu erfüllen. Sie unterliegen europäischem Recht, speichern Daten in der EU und müssen keine Hintertüren für ausländische Geheimdienste offenhalten.

Bei US-Anbietern ist die Situation komplizierter. Zwar bieten viele „EU-Hosting" an, doch die rechtliche Jurisdiktion bleibt amerikanisch. Das ist ein fundamentaler Unterschied, den viele Unternehmen unterschätzen.

Digitale Souveränität – das Gebot der Stunde

Digitale Souveränität ist längst kein abstraktes Konzept mehr, sondern ein strategisches Ziel der Europäischen Union. Initiativen wie Gaia-X, der EU Data Act und milliardenschwere Förderprogramme für europäische Cloud-Infrastruktur zeigen: Europa meint es ernst.

Für Unternehmen bedeutet digitale Souveränität vor allem drei Dinge: volle Kontrolle über die eigenen Daten und Prozesse, Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern und geopolitischen Entwicklungen sowie Transparenz darüber, wo Daten liegen und wer darauf zugreifen kann.

Europäische Alternativen – besser als ihr Ruf

Viele Entscheider gehen davon aus, dass europäische Software nicht mit den großen US-Produkten mithalten kann. Das stimmt so nicht mehr. In vielen Bereichen gibt es hervorragende EU-Alternativen.

Im Bereich Kommunikation und Zusammenarbeit bieten Nextcloud, Open-Xchange, Stackfield oder Rocket.Chat echte Alternativen zu Microsoft Teams und Slack. Für Cloud-Infrastruktur setzen immer mehr Unternehmen auf IONOS, Hetzner, OVHcloud oder die Open Telekom Cloud statt auf AWS und Azure. Im CRM-Bereich stehen SAP, Teamleader oder CentralStationCRM als europäische Optionen bereit. Beim Projektmanagement überzeugen OpenProject, Hive oder Stackfield als Ersatz für Asana und Monday.com. Für E-Mail und Kalender bieten Tutanota, Mailbox.org oder Open-Xchange datenschutzkonforme Alternativen zu Gmail und Outlook. Und im Bereich Analytics ersetzen Matomo oder Plausible zunehmend Google Analytics.

Diese Tools sind nicht nur DSGVO-konform, sondern oft auch flexibler, günstiger und besser an europäische Geschäftsprozesse angepasst.

Die Herausforderung: Migration ohne Betriebsunterbrechung

Der Wille zum Wechsel ist bei vielen Unternehmen da. Die Herausforderung liegt in der Umsetzung. Eine Software-Migration betrifft nicht nur die IT-Abteilung – sie betrifft jeden Mitarbeiter, jeden Prozess, jeden Workflow.

Typische Stolpersteine bei der Migration sind vielfältig. Die Datenmigration – E-Mails, Dokumente, CRM-Einträge – muss sauber und vollständig erfolgen. Bestehende Integrationen und Automatisierungen müssen neu aufgesetzt oder angepasst werden. Mitarbeiter brauchen Schulung, um mit den neuen Tools produktiv arbeiten zu können. Oft ist ein Parallelbetrieb nötig, in dem beide Systeme gleichzeitig laufen. Und nicht zuletzt muss der Wechsel selbst DSGVO-konform dokumentiert werden.

Wie Plessing Consulting Sie beim Wechsel unterstützt

Genau hier kommen wir ins Spiel. Bei Plessing Consulting begleiten wir Unternehmen ganzheitlich bei der Migration von US-Software auf europäische Alternativen.

Wir beginnen mit einer umfassenden Bestandsaufnahme: Welche Tools nutzen Sie aktuell? Wo liegen die größten Abhängigkeiten und Risiken? Darauf aufbauend entwickeln wir eine Strategie, die zu Ihren Anforderungen passt – realistisch und pragmatisch. Die technische Migration übernehmen wir vollständig: Datenmigration, Einrichtung neuer Systeme und saubere Integrationen. Dabei nutzen wir KI und Automatisierung, um Ihre neuen Workflows effizienter zu gestalten als die alten. Und Ihre Mitarbeiter werden durch Schulung und Support nicht alleingelassen.

Unser Ansatz ist pragmatisch: Nicht alles muss sofort umgestellt werden. Manchmal ist ein hybrides Modell der beste erste Schritt – kritische Daten auf europäische Infrastruktur migrieren, während weniger sensible Bereiche schrittweise folgen.

Fazit: Jetzt handeln, bevor es andere für Sie entscheiden

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann Ihr Unternehmen den Wechsel zu europäischen Softwarelösungen angeht. Jede neue Regulierung, jedes geopolitische Ereignis und jeder Datenskandal macht die Dringlichkeit deutlicher.

Der Vorteil: Wer jetzt handelt, hat die Wahl. Wer wartet, reagiert unter Druck.

Sie möchten wissen, wie ein Wechsel für Ihr Unternehmen konkret aussehen könnte? Wir analysieren Ihre aktuelle Software-Landschaft und zeigen Ihnen pragmatische Wege zur digitalen Souveränität – ohne Betriebsunterbrechung und ohne Produktivitätsverlust.

Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.